Chronik 1988 - 1999
Zum 1.mal unter dem Namen WNC fanden am 6. und 7.2.1988 zwei Sitzungen statt, obwohl es den WNC, den Wöllschter Narrenclub, offiziell noch gar nicht gab. Das Motto damals lautete: „Allen wohl und niemand weh, Fassenacht beim WNC".
Die Gründungsversammlung fand endlich am 17.6.1988 in Ober-Wöllstadt statt, und 17 „Narren" kamen zu diesem Ereignis ins Kath. Pfarrheim. Seitdem werden in den Unterlagen folgende Personen als Gründungsmitglieder geführt:

Im Protokoll dieser Gründungsversammlung wird unter dem Tagesordnungspunkt 2 der erste WNC-Vorstand gewählt. Das Vertrauen als 1. Vorsitzender erhielt Peter Grundhöfer, und dieses Amt übte er bis Sept. 1992 aus. Die anderen Vorstandsmitglieder der ersten Stunde waren:
| 1. Vorsitzender: | Peter Grundhöfer |
| 2. Vorsitzende | Resi Diel |
| Schriftführerin | Pia Thiel |
| Stellvertr. Schriftführerin | Theresia Brauburger |
| Kassenwart | Josef Feuerbach |
| Stellvertr. Kassenwartin | Ulrike Meuer-Roskoni |
| Zeugwartin | Monika Feuerbach |
| Zeugwart | Norbert Haas |
| Kassenprüfer | Harry Tinkl, Alois Herget |
Im Januar 1989 wurden erstmals die Sitzungen an zwei aufeinanderfolgende Samstage gelegt; unter dem Motto: Fassenacht des is doch klar, beim WNC im 2. Jahr". Der Eintrittspreis damals betrug 9 DM für Erwachsene und 4 DM für Kinder.
Nach den 17 Gründungsmitgliedern 1988 zählte der Verein im September 89 schon 50 Häupter. Doch diese relativ geringe Schar knüpfte schon Kontakte zum „Ausland" und beteiligte sich aktiv am Rosenmontagszug in Herbstein, nachdem im Jan. 90 beim Besuch der Herbsteiner Sitzung freundschaftliche Bande entstanden waren. Es folgten Gegenbesuche mit Abordnungen der Fastnachtsvereinigung Herbstein in den Jahren 1990, 92 und 93. An die Auftritte des Bajazz und des Tyroler-Pärchens mit ihrem Springertanz erinnert sich jeder gern.
Ein besonders hervorragendes Ereignis in dieser Kampagne: Die Garde tritt in neuem Outfit auf (zu den blauen Röcken wurden weiße Kostümjacken angeschafft). Im selben Jahr beging Wöllstadt seine 1200 Jahrfeier und der WNC war natürlich dabei. Beim Abend der Vereine wirkte die Garde mit und verschiedene Mitglieder waren aktiv beim Fußballturnier und dem Schießwettbewerb dabei. Die gelungenen Sitzungen trugen auch dazu bei, dass der Mitgliederstand ständig wuchs. Im Sept. 90 waren es 62, und zu Beginn des Jubiläumsjahres zählt der Verein 146 Mitglieder.
Die Kampagne 1990/91 war für echte Karnevalisten ein schwarzes Jahr. Die Weltgeschichte wollte es so. Wegen des Golfkrieges wurden alle Faschingsveranstaltungen kurzfristig abgesagt. Die vorbereiteten Sitzungen verschwanden in der Schublade, eine „Ersatzveranstaltung", evtl. im Sommer wie es andere Vereine vor hatten, wurde vom Vorstand abgelehnt.
Im Jahr darauf durften wir wieder. Motto: „Die Kapp gerückt, die Bütt parat, beim WNC ist Fassenacht". Am 15. und 22.2.1992 hielten wir-zwei wunderbare Sitzungen, die aus den bekannten Gründen keiner größeren Planung bedurften. In dieser Kampagne nahmen Mitglieder des WNC im Mai in Herbstem am Jubiläumsumzug (40 Jahre FVH) teil und im August am Umzug der Freiwilligen Feuerwehr OW anlässlich deren 100jährigen Jubiläums. Mit Festwagen und Fußgruppe zog der WNC durch Ober-Wöllstadt.

Pfarrer Norbert Sittel
Die Orden wurden beim WNC von Beginn an auf einer separaten Ordensfeier verliehen, die stets vor den Sitzungen stattfand. Doch im Jahr 1991 „erfand" der Vorstand die WNC-Party, und da zwei Veranstaltungen im Januar zeitlich und organisatorisch nicht zu leisten waren, fiel die Ordensfeier aus. Die Orden wurden an der 1. Sitzung verliehen. Bei der 1. WNC-Party unter dem Motto: „Zirkus" herrschte närrisches Treiben in allen Räumen des Pfarrheims. Wegen der großen Begeisterung der Gäste wurde im nächsten Jahr in der „Traumfabrik Hollywood" die 2. Party gefeiert.
Die Geschicke des Vereins lenkte ab Sept. 92 Bernd Mackert, der jedoch aus zeitlichen Gründen im Juni 93 seinen Posten wieder zur Verfügung stellte. Heinz Feuerbach, der damalige 2. Vorsitzende, übernahm den Posten kommissarisch und wurde an der darauffolgenden Mitgliederversammlung im Sept. 1993 zum 1. Vorsitzenden gewählt. Da er seine Sache gut machte, haben die Mitglieder ihn bis heute als ihr Oberhaupt behalten. Seit damals ist auch Dieter Meuer als Stellvertreter, sprich 2. Vorsitzender, in Amt und Würden. Seit Sept. 92 war Erika Habermann Kassiererin, Uwe Hansen 2. Kassierer, Sylvia Juraschek Schriftführerin und Monika Feuerbach Zeugwartin.
Normalerweise ist der Vorstand sehr entscheidungsfreudig, doch das Vorhaben, den Elferrat und die Vorstandsmitglieder mit neuen Jacken und Westen auszustatten, wird erstmals im Protokoll vom 22.9.92 erwähnt. Die Realisierung sollte noch einige Jahre dauern.
Beim WNC werden aber nicht nur Sitzungen abgehalten und Partys gefeiert. Alle Mitglieder und Helfer werden von Beginn an jährlich, zum Abschluss der Kampagne, mit einem Heringsessen am Aschermittwoch belohnt. Dort nimmt der 1. Vorsitzende die Gelegenheit wahr, allen seinen herzlichen Dank für die geleistete Arbeit auszusprechen.
Die Ausflüge des WNC sind ein jährlicher fester Bestandteil im Kalender vieler Mitglieder. Der Tagesablauf bleibt meist geheim (Überraschung), der Abschluss jedoch ist schon seit 1989 beim Weingut Hang in Gau-Algesheim, verbunden mit dem Besuch des dortigen Weinfestes.
Die Kampagne 93/94 war wieder sehr ereignisreich. Claudia Münk baute eine Kindergarde auf, die unter dem Namen „WNC-Mäuse" das Publikum alljährlich mit einem Auftritt erfreut. Bei der Kerb-Olympiade errang die WNC-Mannschaft den 1. Platz, für die Bühne wurden neue Seitenteile angeschafft, die Garde erhielt neue Unterröcke usw.. Wie man sieht, der Verein investiert und wächst. Im gleichen Jahr verließ leider Pfarrer Norbert Sittel Wöllstadt. Für seine Verdienste um die Wöllschter Fassenacht und den WNC wurde er an seinem 50. Geburtstag zum ersten Ehrenmitglied des Vereins ernannt.
In diesem Jahr hatten sich zur Sitzung Gäste aus Emmendingen im Schwarzwald angesagt. Eine Gruppe, die sich Kaschtonje Schreck (kommt von Kastanie) nennt, und die uns eine andere Form des Fastnacht-Feierns vorführte. Unserem langjährigen Sitzungspräsidenten Josef Feuerbach wurde die Sitzungsleitung sprichwörtlich aus der Hand genommen (Gipshand). Ihn vertraten Heinz Feuerbach und Sylvia Juraschek

Pfarrer Andreas Kaiser 1998
Bisher noch nicht erwähnt wurden die Pfarrhausstürmungen durch die Narrenschar des WNC am. 11.11. eines jeden Jahres. Der Pfarrer konnte sich mit seinem Pfarrverwaltungsrat noch so gut verschanzen und erbitterten Widerstand leisten, der Übermacht und dem unbändigen Willen der anrückenden närrischen Kompanie waren sie nicht gewachsen. Der verdiente Lohn solcher Anstrengungen war jeweils eine Stärkung für Leib und Seele (Essen und Trinken) mit gemütlichem Beisammensein.
Alljährlich beteiligte sich, und beteiligt sich noch, der WNC am Weihnachtsmarkt rund um die Stephanus-Kirche. Bisher wurde dort immer Glühwein verkauft, doch im Dez. 94 sollte mal etwas anderes her. Man entschied sich im Vorstand für Reibekuchen, auf hessisch: Katoffelpannkuche mit Äppelbrei. Die „Dinger" gingen gut und so wurde im nächsten Jahr wieder gebacken.
Bis 1993 fanden wöchentliche Treffen der WNC-Mitglieder und der Aktiven bei einem sog. Stammtisch statt. Es wurde über die anfallenden Arbeiten gesprochen bzw. man holte sich Ideen für die nächste Sitzung usw. Aber irgendwie schlief das Interesse daran langsam ein und der Stammtisch auch. In diesem Termin-Rahmen wurde auch immer eine Nikolausfeier für alle Mitglieder und Aktive veranstaltet. Mal erschien der Nikolaus persönlich und brachte Geschenke, mal wurde ein „Exotischer Früchteabend" zelebriert, oder es wurde anlässlich einer Hochzeit zum Essen eingeladen. Auf jeden Fall war es immer eine schöne Veranstaltung im „WNC-Familien-Kreis".
Als herausragendes Ereignis der Kampagne 94/95 muss die Teilnahme einer WNC-Abordnung bei der Sitzung des NCV in Nieder-Wöllstadt vermerkt werden. Viele Jahre lang gab es Bemühungen, doch ein Zusammentreffen kam nicht zustande. Aber ab jetzt war die Verständigung da, und seither gibt es freundschaftliche Besuche und Gegenbesuche, wann immer die „Sitzungspläne" es zulassen. Leider musste unser Sitzungspräsident Josef Feuerbach aus Krankheitsgründen wieder vertreten werden. Unser neuer Pfarrer Andreas Kaiser hat sein Amt, auch im Vorstand, angetreten und steht dem WNC mit Rat (Vorstandssitzungen) und Tat ( Auftritt bei den Sitzungen) ) zur Seite.
Bei der Mitgliederversammlung am 1.9.95 dankte der 1. Vorsitzende Heinz Feuerbach wieder einmal Karl Holler für seine aufopfernde Tätigkeit für den WNC. Seit Beginn erstellte er jedes Jahr das Bühnenbild in mühsamer Kleinarbeit, zuerst als Modell, und später war er bei der Umsetzung auf der Bühne an vorderster Front dabei. Von Beginn an erstellte Karl Holler die Bühnenbilder, die auch ihren Anteil zu unseren erfolgreich bestrittenen Sitzung beitrug. 1999 wird er zum Dank und als Anerkennung seiner Verdienste im Verein zum Egrenmitglied ernannt

Die neue Kampagne 95/96 kann als „ruhig und als geordnet verlaufen" bezeichnet werden, wenn man mal davon absieht, dass mit dem Umbau des Pfarrheims einschließlich Kindergartens einige Unbequemlichkeiten in Kauf genommen werden müssten. Allerdings fiel auch die Pfarrhausstürmung aus. Der Termin 11.11. überschnitt sich mit den Pfarrgemeinderatswahlen, (sodass die Insignien der Fassenacht im Anschluss an die Messe am 11. 11. an den Sitzungspräsidenten übergeben wurden) und der jährliche WNC-Ausflug fand wegen mangelnder Anmeldungen nicht statt. Aber dagegen stehen positiv in der Bilanz: 1. Platz bei der Kerbolympiade durch das Männerballett, Teilnahme zweier Mannschaften beim Jedermann-Schießen" des Schützenvereins anlässlich des 75 jährigen Jubiläums, und die Garde erhielt neuen Kopfschmuck. Also, alles ganz normal.
Eine Spezialität des WNC ist die Aufnahme der Sitzungen auf Video. Diese Filme können von allen Interessierten nach Anmeldung beim Vorstand käuflich erworben werden. Noch nicht erwähnt wurden die Kontakte zum Büdinger Karnevals-Club. Seit Jahren pflegt der WNC freundschaftliche Kontakte dorthin mit gegenseitigen Besuchen an den Sitzungen.
Die Kampagne 96/97 war ein Jahr der großen Entscheidungen. Die vor vielen Jahren erwogene Neuanschaffung von Jacken und Westen (Sie erinnern sich?) wurde in die Tat umgesetzt. Die neue „Uniform" für Elferrat und Funktionsträger wurde der Öffentlichkeit präsentiert. Außerdem stand eine Satzungsänderung ins Haus. Das Geschäftsjahr wurde geändert. Es ist jetzt gleich dem Kalenderjahr.
1998 stach eine Gruppe besonders hervor, auf die der WNC sehr stolz ist. Sind sie doch ein Garant für Lacherfolge, Freude und Komik bei ihren Auftritten und Publikumslieblinge jeder Sitzung: Das Männerballett! Sie feierten im letzten Jahr ihr 11jähriges Bestehen.
Für die musikalische Begleitung der Sitzungen sorgten bis 1994 verschiedene Musikgruppen und Bands. In den folgenden 5 Jahren sind wir dann auf die Band „Spätschicht“ abgefahren.
Der Vorstand und viele Mitglieder sind stets bemüht, ihren WNC zu modernisieren und mit innovativen Ideen auf den neuesten Stand der Unterhaltung und der Technik zu bringen. Alle Aktive auf der Bühne und hinter den Kulissen haben alle Anstrengungen unternommen, Ihnen, unserem Publikum, Freude und ein paar vergnügliche Stunden zu bereiten.
Das erste Motto war schon klasse,
das kann man grad so stehe lasse.
„Allen Wohl und niemand weh,
Fassenacht beim WNC".